Schweizer Arbeitsmarkt 2025: Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf
Bern, 09.01.2026 — Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat am 9. Januar 2026 die neusten Zahlen zum Schweizer Arbeitsmarkt im Jahr 2025 publiziert. Mit einem Jahresdurchschnitt von 2,8 Prozent lag die Arbeitslosenquote 2025 auf ihrem langjährigen Durchschnittswert. Gleichzeitig verzeichnet die Arbeitslosenversicherung ALV ein Defizit von 0,32 Mrd. Franken. Schliesslich konnte die ALV planmässig am 6. Januar ihren Betrieb nach der Einführung des neuen Auszahlungssystems wieder aufnehmen.
Die verhaltene Konjunkturentwicklung widerspiegelte sich 2025 am Schweizer Arbeitsmarkt. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote stieg, ausgehend von 2,6 Prozent Anfang Jahr sukzessive leicht an und kam im Dezember bei 3,0 Prozent zu liegen. In der Industrie und dabei insbesondere in der MEM- und Uhrenindustrie wurden zudem weiterhin relativ viele Anträge auf Kurzarbeitsentschädigung gestellt. Im Dezember waren insgesamt 33'600 Arbeitnehmende zum Bezug von Kurzarbeitsentschädigung vorangemeldet, 5'600 mehr als ein Jahr zuvor. Erfahrungsgemäss dürfte für gut die Hälfte davon effektiv auch Kurzarbeit beansprucht werden.
Mit einem Jahresdurchschnitt von 2,8 Prozent lag die Arbeitslosenquote 2025 auf ihrem langjährigen Durchschnittswert. In ihrer Dezemberprognose rechnet die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes für das Jahr 2026 mit einem langsameren und allmählich auslaufenden Anstieg der Arbeitslosigkeit. Im Jahresdurchschnitt käme die Arbeitslosenquote gemäss Prognose bei 3,1 Prozent und damit leicht über ihrem langjährigen Durchschnitt bzw. ihrem sogenannt «konjunkturneutralen» Niveau zu liegen.
Ende des Betriebsunterbruchs der Informatiksysteme der Arbeitslosenversicherung
Über den Jahreswechsel 2025/2026 hat das SECO den letzten und umfangreichsten Einführungsschritt für das neue System ASAL 2.0 zur Abwicklung und Auszahlung von Leistungen der Arbeitslosenversicherung (ALV) durchgeführt. Der Einführungsschritt der Leistungsart «Arbeitslosenentschädigung» erforderte einen im letzten Quartal 2025 angekündigten zweiwöchigen Unterbruch aller Informatiksysteme der ALV vom 19. Dezember 2025 bis zum 6. Januar 2026. Diese Betriebsunterbruchsphase wurde planmässig beendet. Stellensuchende, Arbeitgeber, private Arbeitsvermittler sowie die Durchführungsstellen der Arbeitslosenversicherung können die Nutzung der verschiedenen Systeme wieder aufnehmen. Einzelne eServices auf Jobroom werden für neue Benutzerinnen und Benutzer erst im Verlauf der nächsten Woche zur Verfügung stehen.
Arbeitslosenversicherung mit Ausgabenüberschuss
Der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung wird das Rechnungsjahr 2025 gemäss aktuellen Schätzungen bei einem Gesamtertrag von 8,39 Mrd. Franken (2024: 8,86 Mrd.) und einem Gesamtaufwand von 8,71 Mrd. Franken (2024: 7,42 Mrd.) mit einem Ausgabenüberschuss von 0,32 Mrd. Franken (2024: Einnahmenüberschuss 1,43 Mrd.) abschliessen.
Die Haupteinnahmen bestehen aus den Beiträgen der Versicherten und Arbeitgeber von 8,19 Mrd. Franken (2024: 8,07 Mrd.) und den Beiträgen der öffentlichen Hand von 0,20 Mrd. Franken (2024: 0,79 Mrd.). Aufgrund des Bundesgesetzes über die Massnahmen zur finanziellen und administrativen Entlastung ab 2025 werden die Leistungen des Bundes an die ALV für die Jahre 2025 bis 2029 um insgesamt 1,25 Mrd. Franken gekürzt. Für das Jahr 2025 entfielen die Leistungen des Bundes an die ALV vollumfänglich.
Die Hauptausgaben beinhalten die Arbeitslosenentschädigungen, die sich 2025 auf 6,58 Mrd. Franken beliefen (2024: 5,53 Mrd.), die Kurzarbeitsentschädigungen von 0,37 Mrd. Franken (2024: 0,22 Mrd.) sowie die Kosten für Arbeitsmarktliche Massnahmen und die Verwaltungskosten.
Arbeitslosigkeit: Kennzahlen für Dezember 2025
Arbeitslosigkeit: Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat um 8’415 (+6,1%) auf 147’275. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 16’982 (+13,0%). Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1%.
Die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat um 348 (+0,2%) auf 140’061. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote verharrte im Dezember 2025 bei 3,0%.
Von November 2025 auf Dezember 2025 ist die Zahl der Jugendarbeitslosen (15- bis 24-Jährige) um 247 Personen (+1,8%) auf 13’644 gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht dies einer Zunahme von 1’481 Personen (+12,2%). Die Jugendarbeitslosenquote verharrte im Dezember 2025 bei 3,1%.
Die Zahl der älteren Arbeitslosen (50- bis 64-Jährige) lag im Dezember 2025 um 2’422 oder 6,3% über dem Vormonatswert bei 40’656. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sie sich um 4’790 Personen (+13,4%). Die Arbeitslosenquote Älterer belief sich im Dezember 2025 auf 2,8%, 0,2 Prozentpunkte höher als im Vormonat.
Stellensuchende: Insgesamt wurden im Dezember 2025 231’624 Stellensuchende registriert, 5’740 Personen mehr als im Vormonat (+2,5%). Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg diese Zahl damit um 22’600 Personen (+10,8%). Die Stellensuchendenquote stieg im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9%.
Die um saisonale Einflüsse bereinigte Zahl der Stellensuchenden verringerte sich im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat um 481 (-0,2%) auf 221’947. Die saisonbereinigte Stellensuchendenquote verharrte im Dezember 2025 bei 4,7%.
Aussteuerungen: Gemäss Datenstand Ende Dezember 2025, belief sich die Zahl der Personen, welche ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung im Verlauf des Monats Oktober 2025[1] ausgeschöpft hatten, auf 3’256. Dies sind 773 Personen mehr (+31,1%) als im September 2025.
Offene Stellen: Im Dezember 2025 waren 35’940 offene Stellen bei den RAV gemeldet, 3’270 mehr als im Vormonat (+10,0%). 20’941 (58,3%) Stellen unterliegen der Meldepflicht. Im Vergleich zur Vorjahresperiode wurden insgesamt 5’518 offene Stellen mehr gezählt (+18,1%).
Saisonbereinigt ergibt sich für den Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat eine Zunahme von 6’488 offenen Stellen (+17,3%) auf 44’012.
Kurzarbeit: Gemäss Datenstand Ende Dezember 2025, waren im September 2025[2] 10’785 Personen von Kurzarbeit betroffen, 2’193 mehr (+25,5%) als im August 2025 nach einem Erfassungszeitraum von drei Monaten. Die Anzahl der betroffenen Betriebsabteilungen nach einem Erfassungszeitraum von drei Monaten erhöhte sich gegenüber dem August 2025 um 172 (+32,1%) auf 707.
Kontakt/Rückfragen:
Fabian Maienfisch, Stv. Leiter Kommunikation und Mediensprecher SECO, Tel. +41 58 462 40 20
Bitte schicken Sie Ihre schriftlichen Medienanfragen an: medien@seco.admin.ch
[1] Aufgrund der Auszahlungspraxis werden die Daten der Arbeitslosenkassen zur Zahl der Aussteuerungen erst mit einer Verzögerung von zwei Monaten veröffentlicht. Diese Zahlen können sich auch danach noch verändern.
[2] Aufgrund der Abrechnungs- und Auszahlungspraxis werden die Daten der Arbeitslosenkassen zur abgerechneten Kurzarbeit erst mit einer Verzögerung von drei Monaten veröffentlicht. Diese Zahlen können sich auch danach noch verändern. Erfahrungsgemäss sind nach drei Monaten rund 75 Prozent der abgerechneten Kurzarbeit erfasst.
