Bundeshaushalt: Zweite Hochrechnung 2026
Bern, 28.10.2026 — Der Bundesrat hat am 28. Oktober 2026 die zweite Hochrechnung per Ende September zur Kenntnis genommen. Gegenüber der Hochrechnung vom Juni bleibt das erwartete Ergebnis nahezu unverändert: Für das laufende Jahr rechnet der Bund mit einem Finanzierungsüberschuss von 0,7 Milliarden Franken. Im Vergleich zum budgetierten Defizit von 0,7 Milliarden Franken bedeutet dies eine Verbesserung um rund 1,5 Milliarden Franken. Hauptgrund sind nach wie vor die deutlich höheren Einnahmen aus der Gewinnsteuer.
Die zweite Hochrechnung bestätigt das im Juni erwartete positive Ergebnis für den Bundeshaushalt. Während die erwarteten Einnahmen und Ausgaben insgesamt nahezu unverändert bleiben, zeigen sich bei den einzelnen Steuereinnahmen grössere Verschiebungen. Insbesondere die Gewinnsteuer entwickelt sich noch besser als erwartet, während bei der Verrechnungssteuer mit tieferen Einnahmen gerechnet wird.
Auf Basis der Zahlen bis Ende September rechnet der Bund für 2026 nach wie vor mit einem Finanzierungsüberschuss von 0,7 Milliarden Franken. Budgetiert war ein Defizit von 0,7 Milliarden Franken.
Tabelle: Resultat der Hochrechnung per 30. September 2026
Verschiebungen bei den ordentlichen Einnahmen
Bei den ordentlichen Einnahmen ergaben sich grössere Verschiebungen. Insbesondere die Schätzung für die Gewinnsteuer wurde nochmals um 0,5 Milliarden Franken erhöht, während die Schätzung für die Verrechnungssteuer um 0,8 Milliarden Franken reduziert wurde. Die bereits in der ersten Jahreshälfte beobachtete starke Zunahme der Gewinnsteuereinnahmen hat sich in einzelnen Kantonen nochmals verstärkt und per Ende September zu einem hohen Einnahmenstand geführt. Bei der Verrechnungssteuer dürften die Rückerstattungen für das Jahr 2023 deutlich höher ausfallen als die dafür vorgesehene Rückstellung; die Differenz wird dem laufenden Jahr belastet. Aufgrund der höheren Rückerstattungen wurde zusätzlich auch die Einnahmenschätzung für 2026 reduziert.
Die Einnahmen aus der nationalen Ergänzungssteuer (OECD-Mindestbesteuerung) fallen 2026 erstmals an. Für eine verlässliche Schätzung der effektiven Höhe der Einnahmen für das Jahr 2026 ist es noch verfrüht. Der Stand der bisher eingereichten Steuererklärungen deutet jedoch darauf hin, dass sich die Grössenordnung der bisherigen Schätzung (1-2,5 Mrd. Franken) bestätigen dürfte. Auf Basis der verfügbaren Informationen gibt es deshalb keinen Anlass, den Budgetwert von 1,6 Milliarden Franken anzupassen.
Ordentliche Ausgaben: Hoher Nachtragskredit für Rüstungsausgaben
Die Schätzung der ordentlichen Ausgaben bleibt gegenüber der Juni-Hochrechnung ebenfalls nahezu unverändert. Sie überschreiten das Budget weiterhin um 0,8 Milliarden Franken. Dazu trägt insbesondere der Nachtragskredit für zusätzliche Rüstungsausgaben in der Höhe von 970 Millionen Franken bei (vgl. Medienmitteilung vom 18.9.2026).
Ausserordentlicher Haushalt
Der ausserordentliche Haushalt verbessert sich gegenüber Juni um gut 40 Millionen Franken. Dies ist auf die Rückerstattung von Covid-Kurzarbeitsentschädigungen zurückzuführen. Gegenüber dem Budget führt auch die Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zu Mehreinnahmen von 333 Millionen. Diese waren in der Hochrechnung vom Juni bereits berücksichtigt.
Beilagen
Medienmitteilung vom 19. August 2026: Erste Hochrechnung 2026
Medienmitteilung vom 18. September 2026: Nachtrag II zum Voranschlag 2026
