«Wenn Menschen gemeinsam mitfiebern, entsteht Zusammenhalt»
Bern, 12.10.2026 — Rede von Bunderat Martin Pfister, Chef des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), anlässlich des Empfangs für Schweizer Athletinnen und Athleten, die an Welt-, Europameisterschaften oder an den Olympischen bzw. Paralympischen Spielen in Milano Cortina erfolgreich waren. Bern, Montag, 12. Oktober 2026.
Es gilt das gesprochene Wort
Sehr geehrter Herr Nationalratspräsident
Sehr geehrte Frau Bundesrätin
Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter des BASPO, von Swiss Olympic, Swiss Paralympic, PluSport, der Schweizer Sporthilfe und der Armee
Werte Athletinnen und Athleten
Geschätzte Damen und Herren
Auch ich heisse Sie herzlich willkommen zum Sportempfang des Bundesrates.
Ich bin beeindruckt von diesem vollen Saal. Er ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Das zeigt, wie erfolgreich und vielfältig der Schweizer Sport ist. Es war ein unglaublich erfolgreiches Sportjahr. Und Sie alle hier können stolz auf sich sein. Sie haben Ausserordentliches geleistet. Dazu gratuliere ich Ihnen herzlich.
Was bleibt, wenn der erfolgreiche Wettkampf vorbei ist?
Die Freude, der Stolz, die Erleichterung – dazu vielleicht ein paar strapazierte Muskeln oder überbeanspruchte Gelenke.
Mit etwas mehr zeitlicher Distanz sind es die Erinnerungen, die bleiben. Die Geschichten, die geschrieben wurden. Die Bilder, die um die Welt gingen. Und vielleicht auch die Frage, wie das alles überhaupt möglich wurde?
Das Publikum sieht Sie am Ende strahlen und jubeln. Das zuvor Geleistete lässt sich dagegen nur erahnen und bleibt meist verborgen. Die unzähligen Stunden im Training; Verletzungen, die einen zurückwerfen; die Zweifel, die einen begleiten; die Disziplin und das Durchhalten.
Am Schluss bleibt für Aussenstehende nur der eine Moment des Erfolges. Und doch steckt in diesem einen Moment all das, was man vorher nicht gesehen hat: jede Schweissperle, jeder Rückschlag, jedes Wiederaufstehen.
Heute wollen wir beides würdigen: Den Moment, den alle sehen. Und den Weg dahin, den nur wenige sehen.
Vos résultats ont enthousiasmé la Suisse toute entière. Quel magnifique cadeau vous nous avez offert ! Ces moments de liesse unissent et restent dans les mémoires.
Vos performances méritent le plus grand respect. Elles récompensent aussi tout un entourage qui reste dans l’ombre : je pense aux personnes qui vous entraînent depuis des années, aux familles qui vous soutiennent depuis toujours, au personnel qui s’occupe des infrastructures que vous utilisez, aux bénévoles qui vous consacrent aussi de leur temps.
Derrière vous, il y a toute une organisation qui fonctionne à la passion, à l’engagement, qui vous aide à atteindre vos objectifs, à surmonter les obstacles, à tracer votre voie vers le succès.
Auch der Bund unterstützt Sie mit verschiedenen Instrumenten: Unter dem Dach des Bundesamts für Sport sind unter anderem die beiden Sportzentren in Magglingen und Tenero, die Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen oder diverse Sportförderprogramme angesiedelt.
Das wohl bekannteste ist Jugend+Sport. Ich bin mir sicher, dass die allermeisten von Ihnen schon damit in Kontakt gekommen sind. Jugend+Sport erreicht heute nicht weniger als die Hälfte der 5- bis 20-Jährigen in der Schweiz. Und das Interesse steigt weiterhin. Der Bundesrat hat für die Jahre 2027 bis 2030 deshalb zusätzliche Mittel vorgesehen.
Auch die Armee leistet ihren Beitrag. Mit ihrer Spitzensportförderung ermöglicht sie es Athletinnen und Athleten, Spitzensport und Militärdienst miteinander zu verbinden. Für viele ist das eine wichtige Unterstützung auf ihrem Weg zu internationalen Erfolgen.
Wer die Schweiz an Welt- oder Europameisterschaften oder an Olympischen und Paralympischen Spielen vertritt, steht für unseren Spitzensport und für unser Land. Sie, geschätzte Damen und Herren, werden zu Vorbildern für andere.
Wenn wir über Sportförderung sprechen, geht es deshalb um mehr als um die nächste Medaille. Es geht auch darum, was Sport Menschen mitgeben und was er in unserer Gesellschaft bewegen kann: Er kann positive Emotionen wecken, Gemeinschaft stiften und Menschen verbinden. Dafür braucht es gute Rahmenbedingungen und eine Sportförderung, die diese Wirkungen stärkt.
Genau daran arbeiten wir derzeit. Gemeinsam mit rund 80 Organisationen aus dem Schweizer Sport haben das BASPO und Swiss Olympic die Grundlagen für die Sport- und Bewegungsförderung der Zukunft erarbeitet.
Das Resultat daraus bildet die Basis für die neue Sport- und Bewegungsförderstrategie des Bundes. In den nächsten Monaten soll diese Strategie dem Bundesrat unterbreitet werden. Ihr Ziel ist es, die Wirkung von Sport und Bewegung für unsere Gesellschaft noch stärker zur Entfaltung zu bringen.
Wir wollen deshalb die Rahmenbedingungen so gestalten, dass möglichst viele Menschen von den positiven Seiten des Sports und der Bewegung profitieren können.
Dazu können auch grosse internationale Sportanlässe beitragen. Sie bringen den Sport zu den Menschen, schaffen Begeisterung und können Impulse über den Sport hinaus geben.
Ich greife an dieser Stelle gerne auch den Entscheid des Nationalrats in der Herbstsession auf. Er hat der Unterstützung der Kandidatur sowie der Vorbereitung und Durchführung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038 in der Schweiz zugestimmt und sich für einen Bundesbeitrag von maximal 200 Millionen Franken ausgesprochen. Als Nächstes wird der Ständerat im Dezember darüber beraten.
Olympische und Paralympische Winterspiele in der Schweiz wären ein aussergewöhnlicher Anlass. Aber bei einem solchen Projekt geht es nicht nur um die Spiele selbst. Es geht auch darum, was davon bleibt.
Was bleibt für den Schweizer Sport?
Was bleibt für den Nachwuchs?
Was bleibt für die Infrastruktur?
Was bleibt für die Regionen und für die Bevölkerung?
Diese Fragen müssen uns begleiten. Die Antworten darauf bilden den Rahmen für Spiele, die zur Schweiz passen. Der dezentrale Ansatz, die Nutzung bestehender Anlagen und die Einbindung des öffentlichen Verkehrs sind hier wichtige Ansatzpunkte.
Ob unser Land 2038 tatsächlich Gastgeberin sein wird, ist heute noch offen. Aber bereits die Vorbereitung gibt uns die Möglichkeit, über den Sport von morgen nachzudenken.
Über unsere Infrastruktur.
Über die Nachwuchsförderung.
Über die Bedingungen für unsere Athletinnen und Athleten.
Und darüber, welchen nachhaltigen Nutzen grosse Sportanlässe für unser Land haben sollen.
Werte Athletinnen und Athleten
Damit komme ich wieder auf die am Anfang gestellte Frage zurück: Was bleibt, wenn der Wettkampf vorbei ist?
Ihre Medaillen bleiben. Ihre Bilder und Geschichten bleiben. Die Erinnerungen an Ihre Leistungen bleiben.
Aber es bleibt auch noch anderes:
Durch Ihre Erfolge entsteht Stolz.
Wenn Kinder und Jugendliche Sie als Vorbilder sehen, entsteht Motivation.
Wenn Menschen gemeinsam mitfiebern, entsteht Zusammenhalt.
Und wenn wir sehen, wie viel Arbeit, Verzicht und Leidenschaft hinter Ihren sportlichen Leistungen stehen, entsteht Dankbarkeit.
Das sind direkte Wirkungen Ihrer Leistungen.
Der Staat kann dafür die Rahmenbedingungen schaffen. Er kann den Nachwuchs fördern. Er kann Vereine und Verbände unterstützen. Er kann Infrastruktur ermöglichen.
Aber eines kann der Staat nicht: Er kann die Medaille nicht für Sie gewinnen. Das haben Sie getan.
A nome del Consìglio federale, mi congratulo vivamente con voi per i vostri straordinari risultati e succassi. E vi ringrazio per aver rappresentato con successo la Svizzera sulla scena internazionale.
Ich freue mich, mit Ihnen beim Apéro darauf anzustossen.
Vielen Dank.
