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MedienmitteilungVeröffentlicht am 19. März 2026

Finanzstatistik: Prognosen zu den öffentlichen Finanzen 2026–2029

Bern, 19.03.2026 — Die Finanzstatistik der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV) veröffentlicht zweimal jährlich Prognosen zu den öffentlichen Finanzen (Bund, Kantone, Gemeinden und Sozialversicherungen). Die neuen Prognosen decken den Zeitraum bis 2029 ab.

Das Finanzierungsergebnis der öffentlichen Haushalte (Bund, Kantone, Gemeinden und Sozialversicherungen) dürfte sich in den Jahren 2026 und 2027 gegenüber 2025 deutlich verschlechtern. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Erstens wird die 13. AHV-Rente eingeführt, nach den heutigen Annahmen ohne zusätzliche Finanzierung in den Jahren 2026 und 2027. Zweitens dürfte das Finanzierungsergebnis der Arbeitslosenversicherung aufgrund der Lage auf dem Arbeitsmarkt leicht defizitär werden; dieses Defizit kann jedoch durch das Nettovermögen der Arbeitslosenversicherung gedeckt werden. Die Ausschüttung des SNB-Gewinns in Höhe von 4 Milliarden Franken wird dazu beitragen, das Defizit der öffentlichen Haushalte im Jahr 2026 zu reduzieren, während die Situation für 2027 in dieser Hinsicht ungewiss bleibt. Die Prognosen gehen für 2027 von einer Ausschüttung von 3 Milliarden Franken aus.

Ab 2028 dürfte sich die finanzielle Lage der öffentlichen Haushalte wieder verbessern. Grund dafür ist die vorgesehene Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,8 Prozentpunkte zur Stärkung der Sicherheit und Verteidigung sowie die geplante Erhöhung zur Finanzierung der 13. AHV-Rente. Eine gemäss Prognosen erwartete Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt dürfte zudem die Finanzlage der Sozialversicherungen verbessern. Die moderate konjunkturelle Erholung dürfte das Wachstum der Steuereinnahmen unterstützen und so zur Verbesserung der finanziellen Situation der öffentlichen Haushalte beitragen. Die Prognosen basieren auf der Annahme einer SNB-Gewinnausschüttung von 3 Milliarden Franken auch in den Jahren 2028 und 2029.

Tabelle 1: Einnahmen, Ausgaben und Saldo für den Sektor Staat, FS-Zahlen

Einnahmen, Ausgaben und Saldo für den Sektor Staat, FS-Zahlen

Alternatives Szenario und Risiken für die öffentlichen Finanzen

Zur Bewertung der Risiken wurde ein alternatives Szenario erstellt. Dieses basiert auf der Annahme, dass die SNB ab 2027 keinen Gewinn mehr ausschüttet und dass die Mehrwertsteuer im Jahr 2028 nicht erhöht würde. In diesem Fall würde sich das Finanzierungsergebnis deutlich verschlechtern und im Jahr 2029 auf -3,8 Milliarden Franken sinken.

Das alternative Szenario berücksichtigt weder die jüngsten geopolitischen Ereignisse im Nahen Osten noch mögliche Folgen internationaler Änderungen bei Zöllen oder mögliche positive Effekte zusätzlicher fiskalischer Impulse in Europa. Zudem hat es vor allem illustrativen Charakter, da die öffentlichen Haushalte gesetzlich festgelegten Fiskalregeln unterliegen.

Finanzierungsergebnis für den Staat (inkl. Alternativszenario) und nach Teilsektor: 2015–2029, FS-Modell

Finanzierungsergebnis für den Staat (inkl. Alternativszenario) und nach Teilsektor: 2015–2029, FS-Modell

Prognoseannahmen und Unsicherheiten

Die Prognosen stützen sich auf die aktuellen Beschlüsse und Vorschläge von Bund, Kantonen und Gemeinden bezüglich ihrer Budgets, auf die Einschätzung ihrer jeweiligen Haushaltssituation sowie auf ihre Finanzpläne. Sie berücksichtigen zudem die neuesten Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Gewinnausschüttung der SNB sowie Erfahrungswerte zu Kreditresten. Die Prognosen unterliegen mehreren Unsicherheitsfaktoren, darunter die Gewinnausschüttung der SNB, die Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung der 13. AHV-Rente und der Armee sowie die Höhe der Kreditreste. Darüber hinaus trägt die Entwicklung der internationalen Geo- und Handelspolitik zur hohen Unsicherheit bei.

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