«Eine grosse Chance für unser Land»
Magglingen, 29.10.2026 — Rede von Bundesrat Martin Pfister, Chef des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), anlässlich des Magglingertags. Magglingen, Donnerstag, 29. Oktober 2026.
Es gilt das gesprochene Wort
Sehr geehrte Frau Staatsrätin (Christelle Luisier)
Sehr geehrte Frau Direktorin, liebe Sandra
Sehr geehrte Damen und Herren
Als ich diesen Film mit den Athletinnen und Athleten gesehen habe, dachte ich, das ist genau das, was die Schweiz zurzeit braucht: Emotionen, Stolz und Zusammenhalt. Und das kann nur der Sport. Die besten Wintersportlerinnen und Wintersportler der Welt bei uns zu Gast anlässlich der Olympischen und Paralympischen Spiele in der Schweiz. Eine grosse Chance für unser Land.
Wenn wir auf einer Schweizer Karte überall dort eine Stecknadel setzen würden, wo in den vergangenen Jahrzehnten bedeutende Sportveranstaltungen stattgefunden haben, entstünde ein dichter Teppich – von den grossen Städten bis in die Bergregionen.
Kaum eine Region, kaum ein Landesteil, in dem der Sport nicht Menschen zusammenbringt, Emotionen auslöst und bleibende Erinnerungen schafft. Dieses Bild zeigt, wie vielfältig und wie tief verwurzelt der Sport in unserem Land ist.
À chaque fois que j’assiste à un événement sportif, je me rends compte que le sport peut éveiller des sentiments:
L’année dernière, j’étais au championnat d’Europe féminin de football. Nos footballeuses ont enthousiasmé tout le pays. Il y a eu des moments inoubliables. Partout, la joie, la fierté et la cohésion étaient palpables.
Ähnlich war es an der Eishockey-Weltmeisterschaft der Männer im vergangenen Frühling. Die Stadien waren voll, wir haben die «W. Nuss vo Bümpliz» gesungen, und vor den Bildschirmen fieberte das ganze Land mit.
Oder die Special Olympics in Zug. Ich hatte mich schon lange auf diese Spiele gefreut – damals als zuständiger Regierungsrat war ich OK-Präsident. Nach meiner Wahl in den Bundesrat musste ich das Präsidium zwar abgeben, aber umso schöner war es, als Sportminister das fröhliche Geschehen und das starke Zeichen für gelebte Inklusion vor Ort mitzuerleben.
Diese Erlebnisse zeigen für mich etwas, das weit über den Sport hinausgeht. Als ich Mitte Oktober unsere erfolgreichen Spitzensportlerinnen und Spitzensportler im Bundeshaus empfing, habe ich es so formuliert:
«Wo Menschen gemeinsam mitfiebern, entsteht Zusammenhalt.»
«Vibrer ensemble renforce la cohésion.»
Und bei diesen Schweizer Sportgrossveranstaltungen hat sich darüber hinaus eine Überzeugung immer wieder bestätigt: Wir können das.
Wir haben zahlreiche Europa- und Weltmeisterschaften erfolgreich organisiert. Wir führen jedes Jahr unzählige wiederkehrende Anlässe auf internationalem Niveau durch. Wir verfügen über Erfahrung, Know-how und eine hervorragende Ausgangslage.
Jetzt bietet sich uns die Chance, den Wintersportanlass schlechthin in die Schweiz zu holen: die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038. Ich bin überzeugt: Auch das können wir. Ich freue mich darauf, heute Abend viel Spannendes zu diesem Projekt zu hören.
Ich möchte an dieser Stelle zwei Punkte vorwegnehmen:
Erstens: Wir haben hier ein Konzept, das auf die Schweiz zugeschnitten ist: Modern, flexibel, nachhaltig. Der dezentrale Ansatz, die Nutzung bestehender Anlagen und die Einbindung des öffentlichen Verkehrs sind hier wichtige Ansatzpunkte.
Zweitens: Wir geniessen breiten politischen Rückhalt: Der gesamte Bundesrat unterstützt die Spiele, der Nationalrat hat der Botschaft sehr deutlich zugestimmt, die vorberatende Ständeratskommission hat vor zwei Wochen klar grünes Licht gegeben. Im Dezember wird sich der Ständerat damit befassen.
Die Regierungen der involvierten Kantone und Gemeinden stehen ebenfalls hinter dem Projekt. Sie haben bekräftigt, dass sie sich finanziell und mit weiteren Leistungen engagieren wollen – beispielsweise im Zusammenhang mit der Sicherheit. Formelle Entscheide der kommunalen und kantonalen Parlamente und gegebenenfalls der Bevölkerung stehen noch an. Ich bin überzeugt, dass mit grosser Zustimmung zu diesem breit abgestützten Projekt gerechnet werden darf.
La Suisse a une longue tradition d’accueil d’événements sportifs nationaux et internationaux. Elle dispose d’une vaste expérience et jouit d’une excellente réputation. La Confédération entend donc continuer d’accorder une place importante aux grandes manifestations sportives à l’avenir.
Viele von Ihnen haben in den letzten Monaten mit uns an der Sport- und Bewegungsförderung 2040 mitgearbeitet. Das ist unser gemeinsames Zukunftsprojekt. Wir brauchen, um Sport und Bewegung in der Schweiz zu entwickeln, das Wissen, die Erfahrung und das Engagement aller Beteiligten im Sportsystem.
Im Frühjahr wollen wir dem Bundesrat die Strategie vorlegen. Sie stützt sich wesentlich auf die Grundlagen, die wir mit Ihnen und vielen anderen erarbeitet haben. Diese Strategie wird den Rahmen für die nächsten Schritte setzen: für Aktionspläne, konkrete Massnahmen und die notwendigen finanziellen Mittel.
Denn es ist klar: Sportförderung gibt es nicht zum Nulltarif. Jugend+Sport kostet. Die Förderung des Spitzensports kostet. Forschung im Sport kostet. Ebenso internationale Sportanlässe. Es braucht Investitionen und Unterstützung auf Kantons- und Gemeindeebene. Sport benötigt Platz und funktionierende Infrastruktur.
Je n’ai pas besoin de vous l’expliquer. Vous savez ce dont nous avons besoin pour que le sport fonctionne en Suisse. Chaque jour, vous y contribuez: dans un stade, dans une halle ou au sein de l’administration. Partout où il faut convaincre. Ensemble seulement, nous pouvons promouvoir le sport avec succès. La Confédération peut faire bouger les choses, mais elle ne peut y parvenir seule.
Je tiens à vous remercier pour votre engagement. Pour votre travail, votre persévérance et votre volonté de faire progresser ensemble le sport dans notre pays.
Ich komme zurück zu den grossen Sportanlässen. Sie werden wie erwähnt auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Schweizer Sportförderung spielen. Dabei geht es immer um mehr als die Organisation und Durchführung. Auch hier begleiten uns die Fragen nach den Wirkungen:
Was bleibt für den Schweizer Sport?
Was bleibt für den Nachwuchs?
Was bleibt für die Infrastruktur?
Was bleibt für die Regionen und für die Bevölkerung?
Der Bundesrat ist überzeugt von der positiven Wirkung von Sportanlässen; er ist auch überzeugt, dass die Winterspiele 2038 eine grosse Chance für unser Land sind. Bereits die Vorarbeiten an dieser Kandidatur geben uns die Möglichkeit, über den Sport von morgen nachzudenken. Das eröffnet neue Perspektiven und schafft Raum für Ideen, die weit über den Anlass selbst hinausreichen.
Erhält die Schweiz den Zuschlag, haben wir zehn Jahre Zeit, diese Gedanken und Arbeiten zu präzisieren. Zehn Jahre, in denen wir Menschen für Sport und Bewegung begeistern, neue Angebote entwickeln und Partnerschaften stärken können.
Auf der eingangs erwähnten Schweizer Karte kämen nicht nur einige weitere Stecknadeln hinzu. Sondern die Schweiz kann zeigen, dass Olympische und Paralympische Winterspiele modern, verantwortungsvoll und nachhaltig konzipiert und durchgeführt werden können. Wir können die besten Athletinnen und Athleten der Welt bei uns willkommen heissen, unserem eigenen Nachwuchs zuhause eine Plattform geben. Und wir können die Bilder von sportlichen Höchstleistungen, von Freude und Zusammenhalt in die ganze Welt tragen.
Besten Dank.
