Früherkennung von Mikro-Blutgerinnseln: Gefährliche Gerinnsel
Dübendorf, 31.03.2026 — Mikrometergrosse Blutgerinnsel bleiben oft unentdeckt – bis es manchmal zu spät ist. Empa-Forscher Peter Nirmalraj und sein Team untersuchen das Vorkommen und die Zusammensetzung dieser winzigen Blutklumpen, um die Effizienz von Medikamenten und das individuelle Risiko von Patienten und Patientinnen präziser beurteilen zu können.

Ein Schlaganfall ist lebensgefährlich. Wenn ein Blutgerinnsel die Sauerstoffversorgung im Gehirn beeinträchtigt, zählt jede Sekunde. Das Thrombosenrisiko wird durch verschiedene Faktoren erhöht. Dazu gehören Diabetes, Übergewicht und die nach einer Corona-Infektion auftretenden Krankheit Long-COVID. Diese erhöht das Risiko von Komplikationen in der Blutgerinnung. Bis zu 30% der Corona-Patienten sind nach ihrer Genesung von Long-COVID betroffen, das verheerende Auswirkungen auf ihre Gesundheit haben kann. Wie sich Mikrogerinnsel im Blut von Long-COVID-Patienten auf Herz-Kreislauf- und neurologische Risiken auswirken, ist noch nicht vollständig geklärt.
Der Empa-Forscher Peter Nirmalraj und sein Team wollen ein umfassendes Verständnis von Blutgerinnseln bei Patienten mit Schlaganfall, COVID-Komplikationen oder mit seltenen Arten von Demenz wie der vaskulären Demenz, die durch Schlaganfälle ausgelöst wird, erarbeiten. Gemeinsam mit Susanne Wegener von der Universität Zürich nutzen die Forschenden unterschiedliche Bildgebungs- und Messmethoden, um Blutklumpen von Schlaganfallpatienten genau anhand ihrer Zusammensetzung, Form und Grösse zu charakterisieren. Zudem untersuchen sie, wie verschiedene Gerinnsel auf unterschiedliche Behandlungsmethoden reagieren.
Damit alle von diesen gesammelten Daten und Erkenntnissen profitieren können, will das Team das Modell auf einer «Open Source»-Plattform zur Verfügung stellen. So können künftig nicht nur Komplikationen der Blutgerinnung früher erkannt, sondern auch das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, präziser vorhergesagt werden. Das Projekt kann dank den grosszügigen Zuwendungen der Peter Bockhoff Stiftung, der Theodor Naegeli-Stiftung, der Immanuel und Ilse Straub Stiftung sowie zweier weiterer Stiftungen durchgeführt werden.
Informationen
Dr. Peter Nirmalraj
Transport at Nanoscale Interfaces Laboratory
Tel. +41 58 765 43 35
peter.nirmalraj@empa.ch
