Verkehrsdelikte haben seit 2020 stark zugenommen
Neuchâtel, 15.06.2026 — 2025 wurden 22 957 Jugendurteile ausgesprochen. Diese Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Seit 2020 sind die Straftaten gegen das Strassenverkehrsgesetz deutlich angestiegen, während jene gegen das Betäubungsmittelgesetz stark abgenommen haben. Die Straftaten gemäss Strafgesetzbuch sind hingegen stabil geblieben. Bei der Anzahl Fremdplatzierungen sowie der Dauer der Freiheitsentzüge setzt sich der Aufwärtstrend fort. Dies sind einige der jüngsten Ergebnisse des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Mit 22 957 Urteilen im Jahr 2025 blieb die Jugendkriminalität im Vergleich zum Vorjahr stabil. Es gibt in den einzelnen Bereichen wie immer jährliche Schwankungen. So nahmen beispielsweise die Straftaten gegen Leib und Leben um 9,1% zu, während die Vermögensstraftaten um 8,4% zurückgingen. Interessant ist deshalb auch ein Blick auf die letzten Jahre: Seit 2020 ist die Zahl der Jugendurteile um 18% gestiegen und die Verteilung der zugrunde liegenden Straftaten hat sich verändert.
Deutlich mehr Verkehrsdelikte, wesentlich weniger Drogendelikte
Gemäss Statistik hat sich die Jugendkriminalität in den letzten sechs Jahren verändert. Am auffälligsten ist die starke Zunahme der Straftaten im Strassenverkehr (2020–2025: +83%). Gleichzeitig erhöhte sich auch die Zahl der Urteile aufgrund von Straftaten gegen das Personenbeförderungsgesetz kontinuierlich (+68% zwischen 2020 und 2025). Ihr Anstieg könnte in Zusammenhang mit der zunehmenden Mobilität der Jugendlichen stehen.
In anderen Bereichen sind die Jugendurteile stark rückläufig, beispielsweise aufgrund von Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz (2020–2025: –63%). Die Straftaten gemäss Strafgesetzbuch blieben hingegen relativ stabil (2020–2025: +2%).
Zunahme der unbedingten Freiheitsentzüge bei ausländischen Jugendlichen ohne B- oder C-Ausweis
Analog zur Jugendkriminalität haben sich in den letzten sechs Jahren auch die angeordneten Strafen verändert. Im Jahr 2025 wurden 8542 Verweise (förmliche Missbilligung der Tat durch die Jugendanwaltschaft oder das Jugendgericht) ausgesprochen. Seit 2020 sind diese Strafen um 36% gestiegen und machen heute mehr als ein Drittel aller verhängten Sanktionen aus.
Die unbedingten Freiheitsstrafen haben sich im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt (von 258 auf 524). Dieser Anstieg ist ausschliesslich auf Verurteilungen ausländischer Jugendlicher zurückzuführen, die weder über einen B- noch einen C-Ausweis verfügen und deren Zahl von 161 im Jahr 2020 auf 422 im Jahr 2025 zugenommen hat.
Fremdplatzierungen
Im Jahr 2025 wurden 1098 Jugendliche strafrechtlich fremdplatziert (inkl. vorläufige Fremdplatzierungen). Zwischen 2024 und 2025 stieg die durchschnittliche Dauer der Fremdplatzierungen von 151 auf 159 Tage. Die nach einem Urteil angeordneten Platzierungen dauerten im Durchschnitt länger (228 Tage).
Auch die durchschnittliche Dauer des Freiheitsentzugs nahm zu. Sie erhöhte sich zwischen 2024 und 2025 von 94 auf 105 Tage.
Neuheiten auf der Plattform Swiss Stat Explorer
Neu stehen nahezu alle Auswertungen der Statistik der Jugendstrafurteile und des Jugendsanktionsvollzuges auf der Datenplattform Swiss Stat Explorer zur Verfügung. Die Daten zu Jugendurteilen, verurteilten Jugendlichen, Sanktionen und vorsorglichen Massnahmen wurden grundlegend überarbeitet, sodass die Daten flexibler und mit höherem Detaillierungsgrad abrufbar sind.
Die unten aufgeführten Links führen zu einer Startseite mit einer Auswahl an Auswertungen. Diese lassen sich mithilfe der Filter auf der linken Seite erweitern und verfeinern. Ausserdem können die Urteile nach verschiedenen Kriterien wie dem Urteilskanton, den begangenen Straftaten oder den soziodemografischen Merkmalen der verurteilten Jugendlichen gefiltert werden. Die Plattform bietet unter anderem die Möglichkeit, die Entwicklung der Jugendurteile und -strafen zwischen 2020 und 2025 zu analysieren, auch differenziert nach einzelnen Straftaten.
Diese Medienmitteilung und weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website des BFS.
