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MedienmitteilungVeröffentlicht am 23. Juni 2026

Besuch von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider in Nigeria und Unterzeichnung eines Kulturgüterabkommens

Bern, 23.06.2026 — Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider besucht vom 28. Juni bis zum 1. Juli 2026 Nigeria. Im Rahmen des Besuchs wird die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern ein Abkommen über die Einfuhr, die Ausfuhr und die Rückführung von Kulturgütern unterzeichnen. Bei dieser Gelegenheit werden 23 Kulturgüter zurückgegeben. Die Bundesrätin wird auch die Ministerin für Frauenfragen und den Minister für Gesundheit treffen sowie vor Ort verschiedene Besuche absolvieren.

Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider wird am Montag in Lagos gemeinsam mit Kulturministerin Hannatu Musa Musawa ein bilaterales Kulturgüterabkommen unterzeichnen. Es ist das zweite Abkommen mit einem Staat in Subsahara-Afrika, nachdem im vergangenen Jahr ein Kulturgüterabkommen mit Côte d’Ivoire unterzeichnet wurde. Es legt die rechtlichen Bedingungen für die Einfuhr von Kulturgütern in beide Länder und die Modalitäten der Restitution von rechtswidrig eingeführten Kulturgütern fest. Weiter regelt sie den Informationsaustausch zwischen den beiden Ländern und ihre Zusammenarbeit im Hinblick auf die Verhütung des rechtswidrigen Kulturgütertransfers sowie die Erhaltung des kulturellen Erbes. In diesem Kontext werden drei Schweizer Museen achtzehn Kulturgüter an das nigerianische Nationalmuseum in Lagos zurückgeben. Die Reliefs und Skulpturen wurden Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Königtum Benin geraubt und waren bis anhin Teil der Sammlungen des Völkerkundemuseums der Universität Zürich, des Museums Rietberg in Zürich und des Musée d’ethnographie in Genf. Ebenfalls zurückgegeben werden fünf archäologische Objekte aus Nigeria, die von den Kantonen Genf und Tessin eingezogen worden waren.

Zusammenarbeit zwischen der Cinémathèque suisse und dem nigerianischen Filmarchiv

Die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern wird sich mit Vertreterinnen und Vertretern der nigerianischen Filmindustrie – nach Indien die zweitgrösste weltweit – austauschen und das nationale Filmarchiv in Lagos besuchen. Im Mittelpunkt der Gespräche wird unter anderem die jüngste Zusammenarbeit zwischen der Cinémathèque suisse und der Nigerian Film Corporation im Bereich der Erhaltung, Restaurierung und Digitalisierung des nigerianischen Filmkulturerbes stehen.

In Abuja wird Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider zudem den Minister für Gesundheit und Soziales, Muhammad Ali Pate, sowie die Ministerin für Frauenangelegenheiten und soziale Entwicklung, Imaan Sulaiman-Ibrahim, treffen. Bei dem Treffen mit jungen, politisch aktiven Frauen wird unter anderem die stärkere Beteiligung von Frauen am politischen Leben im Hinblick auf die Wahlen 2027 thematisiert werden.

Besuch eines Lagers für Vertriebene

Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas und die drittgrösste Volkswirtschaft des Kontinents. Neben den wirtschaftlichen Beziehungen pflegen die Schweiz und Nigeria auch enge Beziehungen in den Bereichen Migration, humanitäre Hilfe und Friedensförderung. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider wird am Mittwoch ein Lager für Vertriebene besuchen, das unter anderem über eine Gesundheitsstation verfügt, deren Bau im Jahr 2015 vom Bund finanziert wurde. Dieses Zentrum hat sich zum Ziel gesetzt, das friedliche Zusammenleben und die Lebensqualität von Gemeinschaften zu verbessern, die von sozialer Spaltung, Armut und einem eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie der Gesundheitsversorgung betroffen sind.

Bilaterale Beziehungen Schweiz–Nigeria