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MedienmitteilungVeröffentlicht am 23. April 2026

50 Jahre Einsatz für Frauen: Eidgenössische Kommission für Frauenfragen will Errungenschaften sichern und Gleichstellung vorantreiben

Bern, 23.04.2026 — Am 23. April 2026 fand in Bern die Jubiläumsveranstaltung der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen EKF statt. Die EKF wurde 1976 vom Bundesrat eingesetzt, um den Bund zur Situation der Frauen in der Schweiz zu beraten. Die Jubiläumsfeier fand im Beisein von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss sowie zahlreichen engagierten Personen aus dem Gleichstellungsbereich statt. Der inhaltliche Schwerpunkt lag auf dem zunehmenden Widerstand gegen die Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

Die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen EKF feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Die ausserparlamentarische Kommission war 1976 vom Bundesrat als beratendes Organ eingesetzt worden. Seither leistet die EKF Grundlagenarbeit mit Studien, Empfehlungen und Stellungnahmen zur Gleichstellung in der Schweiz. Diese Arbeit wirkt sich bis heute stark auf politische, institutionelle und zivilgesellschaftliche Prozesse aus. Die Einsetzung der EKF durch den Bundesrat im Januar 1976 war somit der Startschuss für eine echte schweizerische Gleichstellungspolitik auf eidgenössischer Ebene. Die Forderung aus Politik und Zivilgesellschaft nach einer Kommission für Frauenfragen wurde nach der Einführung des Frauenstimm- und Wahlrechts 1971 immer lauter und auch eine 1974 publizierte Studie von René Levy und Thomas Held zeigte die schwerwiegende Benachteiligung von Frauen auf.

Errungenschaften würdigen, Gleichstellung weiter gestalten

In ihrer Eröffnungsrede unterstrich Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern EDI, die zentrale Funktion der Kommission als unabhängige, kritische Stimme der Gleichstellungspolitik. Die Präsidentin der EKF, Cesla Amarelle, hob die Rolle der Kommission als Impulsgeberin und Wegbereiterin hervor. Mit dem Grusswort der Co-Direktion des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann, EBG, an das die EKF administrativ angegliedert ist, zeigte sich die gegenseitige Ergänzung der zwei Institutionen. Anschliessend erfolgte eine historische Einordnung des Wirkens der EKF durch die Historikerin und Geschlechterforscherin Fabienne Amlinger. Die Teilnehmenden der Paneldiskussion gingen ausserdem der Frage nach, welchen Handlungsbedarf es heute – 50 Jahre nach Einsetzung der EKF – für die Gleichstellung gibt.

Ruth Dreifuss mit dem «Prix EKF» geehrt

Als Abschluss der Veranstaltung verlieh die EKF erstmalig den «Prix EKF». Mit dem Preis wird eine Persönlichkeit für ihr ausserordentliches Engagement für eine progressive Gleichstellungspolitik gewürdigt. Die Kommission hat entschieden, Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss mit dem Preis zu ehren. Ruth Dreifuss bedankte sich für diese Auszeichnung und betonte, dass sie nur ein Glied in der langen Kette von Engagierten sei, die die Gleichstellung von Frauen und Männern vorangebracht haben.

Fachzeitschrift zum antifeministischen Backlash

Seit ihren Anfängen publiziert die EKF die Fachzeitschrift Frauenfragen. Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten veröffentlichte die Kommission die neue Ausgabe zum Thema antifeministische Bewegung («antifeministischer Backlash»), die auch in der Schweiz an Bedeutung gewinnt. Antifeministische Bewegungen stellen Gleichstellungsfortschritte infrage, schüren gesellschaftliche Polarisierung und greifen demokratische und pluralistische Werte an. Das neue Heft widmet sich diesen Dynamiken und fragt, wie diese sich politisch, gesellschaftlich und kulturell zeigen. Mit Fachartikeln und Interviews beleuchtet es aktuelle Entwicklungen in der Schweiz und stellt Gegenstrategien vor, die Mut machen und neue Handlungsspielräume eröffnen.

Die Festschrift von Fabienne Amlinger zum 50-jährigen Bestehen der EKF sowie die neuste Ausgabe der Fachzeitschrift Frauenfragen sind auf www.frauenkommission.ch abrufbar.