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Mit Methodenfreiheit in Richtung flächendeckende amtliche Vermessung

Die technologische Entwicklung führt zu Methodenfreiheit und Digitalisierung in der amtlichen Vermessung. Die Flächendeckung soll dank landesweitem Vermessungsprogramm erreicht werden.

Zu den klassischen Vermessungsmethoden mit Theodolit und Nivellementlatte gesellen sich mit der technischen Entwicklung weitere Methoden. Auch im Bereich Vermessung verändert die EDV nicht nur die Vermessungsmethoden, sondern auch die Datenbearbeitung und -verarbeitung. Weil die Schweiz noch weit entfernt ist von einer flächendeckenden amtlichen Vermessung, werden ein neues, landesweites Vermessungsprogramm lanciert und Reformen eingeführt. Ein langfristiges Pilotprojekt zeigt, dass die amtliche Vermessung über einen ganzen Kanton digital geführt werden kann.

Die amtliche Vermessung ist Basis für weitere Informationssysteme
Die amtliche Vermessung als Basis für weitergehende Informationssysteme

Ab 1920: Verbesserte Techniken für Vermessungen am Boden und aus der Luft

Zu Beginn der 1920er-Jahre werden erstmals Geräte für die terrestrische Fotogrammetrie – Bildmessungen vom Boden aus – eingesetzt, um genaue Geländekarten vom Berggebiet herzustellen. Kurze Zeit später folgen erste luftfotogrammetrische Aufnahmen: zuerst testweise mit Militärfliegern – die Auswertungen erfolgen in München, ab 1929 mit dem bundeseigenen Vermessungsflugzeug mit Fliegerkamera für die Grundbuchvermessung. Für Vermessungen wird neu die Polarkoordinatenmethode mit optischer Distanzmessung mittels «reduzierenden Doppelbild-Tachymetern» angewendet.

Flugzeug Messerschmitt BFW M-18d
Flugzeug Messerschmitt BFW M-18d im Einsatz für die Schweizerische Grundbuchvermessung, 1935

Ab 1930: Neue Materialien und Berechnungshilfsmittel

Als verzugsarme Planträger werden anstelle von Papier neu Aluminium-Tafeln eingesetzt.

Für die Koordinatenberechnung werden mechanische Tischrechner und natürliche Werte für die trigonometrischen Funktionen verwendet.

1965: Die EDV hält Einzug ins Katasterwesen

Vermessungsdaten werden zunehmend elektronisch verarbeitet. Ab Beginn der 1970er-Jahre erfolgt die elektronische Distanzmessung und bald wird auch in der Parzellarvermessung die automatische Datenverarbeitung angewendet.

1981: Mit dem «Programm 2000» soll Flächendeckung erreicht werden

Die Förderung von Güterzusammenlegungen sowie der zweite Weltkrieg führen zu einer grossen Verspätung im Vermessungsprogramm von 1923. Dies sowie der gesellschaftliche Übergang ins «digitale» Zeitalter erfordern neue Konzepte für die Grundbuchvermessung. Deshalb beschliesst der Bundesrat 1981 das Fertigstellungsprogramm der amtlichen Vermessung der Schweiz (Programm 2000). 

1983: Einführung der Methodenfreiheit

Das 1983 gestartete Projekt «Reform der Amtlichen Vermessung (RAV)» hat zum Ziel, verbesserte Dienstleistungen für Verwaltung, Wirtschaft und Private zu erbringen. Es führt zum Erlass der Verordnung über die amtliche Vermessung (Seite 2446) und der entsprechenden Technischen Verordnung (Seite 1864). Mit diesen werden die Methodenfreiheit eingeführt und der Inhalt der amtlichen Vermessung den neuen technischen Möglichkeiten angepasst.

Mit dem «Pilotprojekt Nidwalden» wird zwischen 1989 und 1999 nachgewiesen, dass die amtliche Vermessung über einen ganzen Kanton digital geführt werden kann.

1990: Satellitengestützte Vermessung mit GPS hält Einzug

Das Global Positioning System (GPS) hält als neue, satellitengestützte Vermessungsmethode auch in der amtlichen Vermessung Einzug. Vermessungsarbeiten werden dadurch vereinfacht und die erhobenen Daten werden genauer.

Globales Navigationssatelliten-System
Schema des globalen Navigationssatelliten-Systems (GNSS)

Kontakt

Geodäsie und Eidgenössische Vermessungsdirektion
Amtliche Vermessung und ÖREB-Kataster

Telefon +41 58 464 73 03
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