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Die Anfänge des schweizerischen Katasterwesens

Die ersten Katasterpläne dienen Steuerzwecken. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgen die Vermessungen von Kanton zu Kanton unterschiedlich.

Die ersten Katasterpläne werden erstellt, damit die weltlichen und/oder kirchlichen Obrigkeiten Steuern erheben können. Später finden alle Tendenzen zur Einführung eines einheitlichen Katasters mit dem Untergang der Helvetischen Republik ein abruptes Ende. Mit Ausnahme der Triangulation 1. Ordnung der Schweiz wird kantonsweise und unterschiedlich vermessen.

Katastervermessung von 1802/03
Frühe Katastervermessung aus napoleonischer Zeit: «Plan de la commune d’Allschwiller» (heute Allschwil) von 1802/03 mit farblicher Differenzierung der verschiedenen Kulturarten

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts: Erste Grundstückspläne

Bereits in vorchristlicher Zeit werden Kataster erstellt, um Steuern auf Bodenbesitz erheben zu können. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts werden vereinzelt grossmassstäbliche Pläne erstellt. Auch sie dienen der Berechnung der Grundlasten – Zehnten und Bodenzinse –, die einer kirchlichen und/oder weltlichen Obrigkeit abzugeben sind.

Zehntenplan von 1689
Zehntenplan des Basler Lohnherren Georg Friedrich Meyer von 1689: «Grundriß des Dorffs Sissach sambt denen Zehnden-güettren welche in Sissach Bann disseiths dem Ergoltsbach gelegen».

1798: Ein Kataster für die Schweiz?

In Frankreich wird 1790 erstmals mit einer allgemeinen Parzellenvermessung und Anlegung eines Katasters begonnen. Nach dem Einmarsch Napoleon Bonapartes und der Errichtung der «Helvetischen Republik» wird erwogen, nach französischem Vorbild gesamtschweizerisch einen Kataster einzuführen. Der Verlauf der Geschichte verhindert dieses zentralistische Werk, die «amtliche Vermessung» entwickelt sich kantonsweise und unterschiedlich weiter.

 Grundriss von Rapperswil von 1784
Grundriss von Rapperswil von 1784

1804: Kantonal verordnete Vermessungen

Der Grosse Rat des Kantons Waadt verordnet 1804 die Vermessung sämtlicher Gemeinden und die Anlage von Liegenschafts- und Schätzungsregistern. Genf folgt diesem Beispiel 1806 bis 1818, Basel ab 1818 bis zur Kantonstrennung 1833. In Basel wird 1806 zwar ein Kantonsgeometer ernannt, doch die ersten Parzellarvermessungen erfolgen erst ab 1818.

1840: Vervollständigung der Triangulation

Johannes Eschmann (1808–1852) füllt im Auftrag von Guillaume-Henri Dufour die noch bestehenden Lücken in der Triangulation I. Ordnung aus und bringt mit der Berechnung des gesamten Netzes – samt den untergeordneten Triangulationen – die Triangulationsarbeiten zu einem vorläufigen Abschluss. Er publiziert diese Arbeiten 1840 als «Ergebnisse der trigonometrischen Vermessungen in der Schweiz».

Triangulationspunkte 1. Ordnung
Die Triangulationspunkte 1. Ordnung – Vermessungsgrundlage der Topographischen Karte der Schweiz (sog. Dufourkarte). Lithographie von Schweizer und Grimminger

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Geodäsie und Eidgenössische Vermessungsdirektion
Amtliche Vermessung und ÖREB-Kataster

Telefon +41 58 464 73 03
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