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1600–1900

1864

Das Geometerkonkordat, eine Harmonisierungsinitiative der Kantone

Mehrere Kantone vereinigen sich auf Initiative des Kantons Aargau zum «Geometerkonkordat».

Dieses bezweckt einerseits die Freizügigkeit und die gemeinschaftliche Prüfung von Geometern und stellt andererseits einheitliche Verfahrensvorschriften für Vermessungen auf. 

Die Aufnahme der Katasterpläne mit dem Messtisch wird nach und nach durch das Polygonverfahren abgelöst.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts

In den Kantonen erfolgen die Vermessungen, wenn überhaupt, unkoordiniert. Mit der um ca. 1850 einsetzenden städtebaulichen Entwicklung gewinnt der Rechtskataster gegenüber dem Steuerkataster an Bedeutung. In Basel wird am 16. April 1860 das «Gesetz über die Einrichtung des Grundbuches» angenommen, dessen Erfahrungen 50 Jahre später auf Bundesstufe wegweisend bei der Schaffung des Zivilgesetzbuches einfliessen.

1840

Johannes Eschmann (1808–1852) füllt im Auftrag von Guillaume-Henri Dufour die noch bestehenden Lücken in der Triangulation I. Ordnung aus und bringt mit der Berechnung des gesamten Netzes – samt den untergeordneten Triangulationen – die Triangulationsarbeiten zu einem vorläufigen Abschluss. Er publiziert diese Arbeiten 1840 als «Ergebnisse der trigonometrischen Vermessungen in der Schweiz». 

(Rudolf Wolf: Geschichte der Vermessungen in der Schweiz, Kapitel XVIII, Zürich 1879)

1804

Der Grosse Rat des Kantons Waadt verordnet 1804 die Vermessung sämtlicher Gemeinden und die Anlage von Liegenschafts- und Schätzungsregistern. Genf folgt diesem Beispiel 1806 bis 1818, Basel ab 1818 bis zur Kantonstrennung 1833. In Basel wird 1806 zwar ein Kantonsgeometer ernannt, doch die ersten Parzellarvermessungen erfolgen erst ab 1818. 

1798

In Frankreich wird 1790 erstmals mit einer allgemeinen Parzellenvermessung und Anlegung eines Katasters begonnen. Nach dem Einmarsch Napoleon Bonapartes und der Errichtung der «Helvetischen Republik» wird erwogen, nach französischem Vorbild gesamtschweizerisch einen Kataster einzuführen. Der Verlauf der Geschichte verhindert dieses zentralistische Werk, die «amtliche Vermessung» entwickelt sich kantonsweise und unterschiedlich weiter.

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts

Bereits in vorchristlicher Zeit werden Kataster erstellt, um Steuern auf Bodenbesitz erheben zu können. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts werden vereinzelt grossmassstäbliche Pläne erstellt. Auch sie dienen der Berechnung der Grundlasten – Zehnten und Bodenzinse –, die einer kirchlichen und/oder weltlichen Obrigkeit abzugeben sind.